PNP vom 06.04.2013

 

Großeinsatz nach Ammoniak-Alarm im Vilshofener Schlachthof

500 Kilo giftiges Gas ausgetreten - Schwierigkeiten beim Abdichten des Lecks - 15 Feuerwehren im Einsatz

Mit schwerem Atemschutzgerät wurden die Männer ausgerüstet, bevor sie sich ins Gebäude wagten.  - Fotos: Fischer

 

Vilshofen. Großalarm gestern vormittag um kurz vor 11 Uhr im Schlachthof von Vilshofen: In der Kältekammer der Firma Vion Food Group waren 500 Kilogramm des giftigen Gases Ammoniak ausgetreten. Ein stinkender, beißender Geruch breitete sich aus. Der Betriebsleiter reagierte blitzschnell und informierte die Rettungsleitstelle. Und dann setzte sich die Maschinerie in Bewegung.
15 Feuerwehren waren letztendlich im Einsatz, das Betriebsgelände glich einem Belagerungsfeld, sogar Verpflegungszelte wurden aufgestellt - denn so schnell, wie man anfangs gedacht hatte, war die Situation nicht in Griff zu bekommen. Selbst für Atemschutzträger erwies sich die Lage im Inneren des Gebäudes als zu bedrohlich, so dass in den frühen Nachmittagsstunden Einsatzkräfte mit Chemikalien-Schutzanzügen angefordert wurden. Der Grund: "Lange Zeit gelang es nicht, das Leck abzudichten, aus dem das Gas strömte", erklärte der Vilshofener Feuerwehrkommandant Markus Schütz. Erst gegen 17 Uhr gab es Entwarnung.

Die rund 100 Beschäftigten, die im Schlachthof zum Zeitpunkt des Unfalls Dienst taten, wurden ins Freie geschickt, wo sie eine Zeitlang ausharrten, weil sie nicht wussten, wie es weitergeht.

Neben den Feuerwehren aus Vilshofen, Alkofen, Pleinting, Windorf und Sandbach, die schon am Vormittag mit Messgeräten und Atemschutzträgern angerückt waren, wurden zusätzliche Kräfte aus Passau, Albersdorf, Ortenburg, Aldersbach, Aidenbach, Engertsham, Haselbach, Büchl, Kirchberg sowie die UGÖEL Passau Land und die Schnelle Einsatzgruppe des Roten Kreuzes hinzugeholt. Allein von den Feuerwehren waren 130 Leute im Einsatz, berichtet Schütz.
"Ohne Schutzanzug hat man da drinnen keine Chance. Da fällt man sofort tot um", erklärt Kreisbrandinspektor Hans Walch die prekäre Lage. "Und länger als 25 Minuten darf keiner der Atemschutzträger drinnen bleiben", fügt der Fachmann hinzu.
Glücklicherweise wurde niemand verletzt, die 100 Beschäftigten wurden rechtzeitig in Sicherheit gebracht, bestätigte die Polizei, die das Geschehen vor Ort begleitete, ebenso wie die diversen Rettungsdienstler vom BRK Vilshofen und Windorf. Die Schlachthofmitarbeiter versammelten sich auf dem Parkplatz unterhalb des Firmengebäudes und verfolgten aus sicherer Entfernung den Großeinsatz.
Laut Polizei war ein technischer Defekt in der Kälteanlage schuld an dem Gasunfall. Was den Einsatzkräften anfangs Sorge bereitete, war die Tatsache, dass sich die Chemikalie durch die Kanalisation ausbreiten würde. Hier konnte jedoch schon bald Entwarnung gegeben werden.
"Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand zu keiner Zeit, da das Ammoniak nicht nach draußen gelangt war", betonte 2. Bürgermeister Christian Gödel, der sich in Vertretung von Georg Krenn ein Bild vor Ort machte und das professionelle Vorgehen der Einsatzkräfte lobte.



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- Einsatzbericht: [Hier]

 

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